Eine aktuelle repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des Sozialverbands Deutschland (SoVD) zeigt eine tiefgreifende Verunsicherung der Bevölkerung bei der gesetzlichen Rente. Eine deutliche Mehrheit der Befragten zweifelt daran, im Alter ihren Lebensstandard halten zu können. Insgesamt geben mir als 82% an, dass ihre gesetzliche Rente voraussichtlich nicht ausreichen wird. In Rheinland-Pfalz sind es sogar 83,3%. In Rheinland-Pfalz betrug die durchschnittliche Rente im Jahr 2025 rund 1.644 €, was leicht über dem Bundesdurchschnitt liegt und Platz 7 im Bundesländervergleich bedeutet. Dennoch droht z.B. vielen Frauen Altersarmut, da Frauen in Rheinland-Pfalz, mit 815€ eine deutlich niedrigere Rente bekommen als Männer.
„Das Rentenniveau muss stabilisiert und perspektivisch angehoben werden, damit die Menschen nicht in Altersarmut rutschen und nicht weiter das Vertrauen in eine verlässliche Alterssicherung verlieren“, mahnt Norbert Weber, Landesvorsitzender des SoVD Rheinland-Pfalz/Saarland.
Mehr als die Hälfte kann nicht vorsorgen
Gleichzeitig zeigt die Umfrage leider auch, dass private Vorsorge für viele Menschen keine realistische Option darstellt. Mehr als 54% der Befragten in Rheinland-Pfalz geben an, nicht über finanzielle Möglichkeiten verfüge, um ausreichend privat für das Alter vorzusorgen.
„Damit wird deutlich, dass politische Konzepte, die auf umfassende private Vorsorge setzen, an der Lebensrealität vieler Menschen vorbeigehen. Die Annahme, jede und jeder könne ausreichend privat vorsorgen, wird durch die Umfrage des SoVD Deutschland klar widerlegt. Private und betriebliche Altersvorsorge können die gesetzliche Rente ergänzen, aber nicht ersetzen, insbesondere für Menschen ohne finanziellen Spielraum“, so Weber.
Hohe Zustimmung zu Einbeziehung von Beamten
Die Umfrage zeigt zudem eine klare Präferenz für strukturelle Reformen mit einer breiteren Finanzierungsbasis. 70% sprechen sich bei der Frage nach gezielten Maßnahmen zur langfristigen Finanzierung der gesetzlichen Rente dafür aus, alle Erwerbstätigen einzubeziehen. Auch höhere Steuern für Besserverdienende (42%) und die Einbeziehung von Beamtinnen und Beamten (87%) findet Zustimmung. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters und höhere Rentenbeiträge werden mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Die Zustimmung zu diesen beiden Punkten lag bei weit unter 10%.
Aus Sicht des SoVD ist eine verlässliche Alterssicherung nicht nur eine soziale Frage, sondern auch eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts und somit ein entscheidender Faktor für die Stabilität unserer Demokratie.
SoVD Landesvorsitzender: Menschen zweifeln an Altersabsicherung
„Wenn das Vertrauen in die gesetzliche Rente schwindet, hat das konkrete Folgen. Menschen zweifeln daran im Alter abgesichert zu sein und geraten zunehmend unter Druck. Sie verlieren das Vertrauen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Staat. Wir brauchen deshalb einen starken und inklusiven Arbeitsmarkt, mit krisenfesten Löhnen, eine verlässliche Kinderbetreuung, damit vor allem Frauen Familie und Beruf besser vereinbaren können. Gleiches gilt für die Berücksichtigung von Pflegezeiten. Wer Kinder erzieht oder Angehörige pflegt, leistet einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag und darf im Alter keine Nachteile haben“, fasst Norbert Weber zusammen.
